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Wenn KI mit auf dem Board steht

Was sich ändert, wenn KI-Agenten nicht Werkzeug sind, sondern Teammitglieder mit eigenen Tasks.

Mai 2026, aktualisiert im August

Ein Kanban-Board mit Tasks für eine Person ist ein Kanban-Board. Eins mit Tasks für sechs, von denen die Hälfte KI ist, ist etwas anderes. Es hat fast nichts daran verändert, wie wir Aufgaben tracken, und fast alles daran, wie wir arbeiten.

Wer auf dem Board steht

Ein Mensch leitet das Ganze: entscheidet, priorisiert, gibt grünes Licht für jeden Push. Klassische Rolle.

Eine zweite Person ist nicht im Team, aber überall im Produkt. Sie arbeitet nicht technisch und ist unser Maßstab für Bedienbarkeit: Wenn etwas für sie nicht im Browser funktioniert, ist es kaputt. Die Kommandozeile ist Wiederherstellungspfad, kein Alltagswerkzeug. Sie hat eine eigene Instanz auf demselben Server, eigene Daten, ein eigenes gepinntes Release, damit Experimente auf der anderen Instanz sie nicht treffen.

Claude Code ist Entwickler und DevOps in einem. Setzt um, schreibt Tests im selben Commit wie den Code, deployt, räumt hinterher auf.

Codex ist Reviewer und QA, mit eigenem Modell und eigener Sichtweise. Bekommt Tasks zugewiesen wie jedes andere Teammitglied und postet seine Befunde strukturiert am Task, nicht im Chat.

Ein Agent auf einem Server schläft nie und schickt morgens die Nachrichtenlage. Wenn er etwas vom Team braucht, schreibt er einen Task ins Board. Er ist der Beleg dafür, dass „Remote-Kollege“ für KI dasselbe bedeutet wie für Menschen.

Was sich ändert, wenn KI auf dem Board steht

Auf den ersten Blick nichts. Die Spalten heißen Inbox, Backlog, Active, Review, Done. Tasks haben Titel, Beschreibung, Akzeptanzkriterien.

Auf den zweiten Blick alles.

Was das Produkt nicht macht

Die wichtigste Designentscheidung war eine Streichung.

Wir hatten einen großen Plan: Der Hub spawnt selbst Agents, überwacht ihre Prozesse, verwaltet ihre Budgets, prüft Akzeptanzkriterien automatisch und schaltet Tasks ohne menschliche Abnahme durch. Mehrere Wochen Arbeit standen fertig geplant da.

Dann kam die Frage: Ist das eigentlich unsere Domäne?

KI-Agents haben ihre Runtime längst. Sie haben Zustand, Werkzeuge, Gedächtnis, Prozessverwaltung. Was ihnen fehlt, ist nicht noch eine Schicht, die sie startet und überwacht. Was ihnen fehlt, ist ein gemeinsamer Ort, an dem sie und Menschen sich abstimmen.

Also blieb der Hub die Koordinationsebene und wurde keine Agent-Runtime. Die geplante Welle wurde am 8. Mai 2026 beerdigt, die Planungsdokumente liegen weiter im Repo. Als Erinnerung daran, dass die produktivste Arbeit oft die ist, die nicht gemacht wird.

Was daraus geworden ist

Aus dem Einzelnutzer-Werkzeug wurde inzwischen ein Mehrnutzer-Werkzeug mit Rollen und Sichtbarkeiten, mit zweisprachiger Oberfläche, mit einem Chat, in dem man den Agents direkt bei der Arbeit zusieht, und mit einer mobilen Ansicht, über die man einen laufenden Agenten vom Handy aus begleitet. Wie es dazu kam und was uns die Zahlen nach vier Monaten gesagt haben, steht im nächsten Beitrag.

Die Frage von damals ist geblieben, und sie ist immer noch die interessantere: Wie sieht ein Werkzeug aus, das Menschen und KI gleichberechtigt behandelt?

Wir sind dabei, es herauszufinden.


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