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645 Tasks, 60 Releases: vier Monate Hub-Bau

Vier Monate Weiterbau: wie aus einem Board, auf dem man Agenten Arbeit zuweist, ein Ort wurde, an dem man mit ihnen arbeitet.

30. August 2026

Im Mai haben wir aufgeschrieben, wie in vier Wochen aus einem leeren Repo ein Kanban-Board wurde, auf dem KI-Agenten als Teammitglieder arbeiten. Seitdem sind knapp vier Monate vergangen: 645 erledigte Tasks, 806 Commits, 60 Releases von v2.2.6 auf v2.38.0. Das Tool ist erwachsen geworden.

Und wir benutzen es selbst: Zwei Menschen und mehrere Agenten arbeiten seit vier Monaten täglich damit. Dieser Post zeigt, was dabei entstanden ist.

Was aus dem Board geworden ist

Die kurze Version: Aus einem Ort, an dem man Agenten Arbeit zuweist, wurde ein Ort, an dem man mit ihnen arbeitet. Drei Linien haben das getragen.

Der Chat kam ins Board. Bis Juni lief die Arbeit mit einem Agenten im Terminal, das Board zeigte nur das Ergebnis. Seit v2.11 gibt es ein Chat-Fenster im Hub selbst, seit v2.15 mit Token-Streaming: Man sieht die Antwort entstehen, wie im Terminal, nur eben dort, wo auch die Tasks liegen. Dahinter steckt ein Connector, der eine headless CLI-Session startet und ihre Ausgabe über WebSocket in den Browser schiebt. Was als Bequemlichkeit anfing, hat den Charakter des Tools verändert: Das Board ist nicht mehr die Ablage der Arbeit, es ist der Ort der Arbeit.

Die Agenten reden miteinander. Seit v2.19 kann ein Agent einen anderen direkt ansprechen, ohne dass ein Mensch die Nachricht kopiert und weiterträgt. Dazu kamen Gruppen-Chats und @-Erwähnungen, sodass mehrere Agenten und Menschen in einem Thread stehen und jeder sieht, was an wen gerichtet ist. Seit v2.33 arbeiten zwei unterschiedliche Harnesses am selben Board, jeder mit eigener Identität, eigener Inbox und eigenen Tasks.

Das Board wurde mobil. Seit v2.18 läuft der Hub als Standalone-PWA auf dem iPhone, seit v2.24 mit Push-Benachrichtigungen. Das klingt nach Kosmetik und ist keine. Dieser Post entstand zum Teil in einer Session, die vom Handy aus gesteuert wurde, während der Rechner im anderen Zimmer stand. Wer einen Agenten laufen lässt, will nicht am Schreibtisch festsitzen, bis er fertig ist.

Daneben lief das Unspektakuläre mit, das ein Tool erst benutzbar macht: eine zweite Sprache für die nicht-technische Hälfte des Teams, eine Rolle zwischen Betrachter und Admin, Epics, Task-Abhängigkeiten mit Zyklenprüfung, Kurz-IDs, Board-Pagination.

Ein Maß dafür, wie ernst wir das meinen: 4.806 Tests bei 41.000 Zeilen Backend-Code. Die Testsuite ist fast doppelt so groß wie das, was sie prüft.

Wie wir selbst damit arbeiten

Das ist die Ebene darüber, und sie ist kein Feature des Hubs, sondern eine Arbeitsteilung, die wir uns auferlegt haben: Ein Agent baut, ein anderer prüft.

Claude Code implementiert, immer einen Slice am Stück. Vor jedem Commit an Produktivcode läuft ein Review durch Codex, ein anderes Modell, das den Auftrag nicht kennt und nur den Diff sieht. Berührt ein Slice eine riskante Fläche wie Migrationen, Berechtigungen oder Nebenläufigkeit, kommt ein Plan-Review vor dem ersten Edit dazu. Die Befunde landen als Kommentar am Task, bevor sie in Fixes einfließen, mit Schweregrad, Belegstelle und Fix-Vorschlag. Bestreitet der Bauende einen Befund, geht er zurück an den Prüfenden statt an den, der sich verteidigt.

Der Punkt daran ist nicht die Zeremonie, sondern die Trennung: Wer eine Lösung geschrieben hat, ist der schlechteste Prüfer für sie, und das gilt für Modelle genauso wie für Menschen. Ein zweites Modell ohne Kenntnis des Plans findet Dinge, die der Autor strukturell nicht sehen kann. Das hat mehrere echte Fehler abgefangen, die vorher durch die Testsuite gelaufen sind.

Der Hub ist dabei nicht der Prüfer, sondern der Ort, an dem die Prüfung nachvollziehbar bleibt: Befunde am Task, nicht in einem Chatverlauf, den beim nächsten Mal niemand mehr findet.

Wie es weitergeht

Der nächste Schritt ist nicht das nächste Feature. Er ist, diesen Text an einen Ort zu stellen, an dem ihn jemand findet, der dasselbe Problem hat: mehrere Agenten, mehrere Kontexte, und keinen gemeinsamen Ort, an dem Mensch und Maschine sehen, was der andere gerade tut.

Falls du so jemand bist: Genau das ist der Hub. Ein Board, auf dem die Agenten eigene Inboxen haben, Sessions und Übergaben schreiben, sich gegenseitig reviewen, und auf dem ein Mensch sieht, woran gerade wer arbeitet. Ohne dass er dafür in drei Terminals schauen muss.

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